Donnerstag, 28. Juli 2016

Mittwoch: Kajakfahren

Johanna, Gerhard und ich buchten vormittags bei Mölle Kajak- und Klettercenter ein doppeltes Sit-on-top Kajak und einen Einsitzer für Johanna. Als wir um 13 Uhr wie geplant dort ankamen, lagen an verschiedenen Stellen zwar diverse Kajaks und Zubehör, allerdings war der Verantwortliche nicht anwesend. Als er dann etwas später kam und alle möglichen Leute etwas von ihm wollten, stellten wir schließlich fest, dass einer anderen Familie mit jüngeren Kindern, die zwei Doppelkajaks reserviert hatten, ein zweites Kajak fehlte. Der Organisator fragte uns, ob wir unser Doppelkajak nicht abtreten und stattdessen drei einzelne haben wollten. Als wir kurz darauf einwilligten, bekamen wir sogar 150 Kronen Rabatt.

Um viertel nach zwei waren wir endlich auf dem Wasser. Ich hatte etwas Schwierigkeiten, das Kajak in eine Richtung zu steuern und es schnell genug zu wenden. Ich brauchte die meiste Zeit 20-30 Paddelschläge auf einer Seite, um wieder auf Kurs zu kommen, nachdem mich der Wind und die Wellen in diesem Fall schräg zur Küste getrieben hatte. Dann fuhr ich wiederum zu weit in die andere Richtung und somit immer im Zickzack, woraus ein recht langsames Tempo folgte.

Nach ungefähr einer Stunde kamen wir am "Nimis" (siehe früherer Blogpost) vorbei und legten knapp dahinter mit den drei Kajaks an. Nach einer Pause fuhren wir weiter.



Die Wellen wurden höher, der Wind stärker. Zwei ambitioniertere Kajakfahrer kamen uns entgegen und berichteten, wie sie versucht hatten, bis um die Spitze von Mölle zu paddeln, jedoch wegen zu starkem Wind und zu hohen Wellen zur Umkehr gezwungen wurden. Das Problem hatten wir nicht in diesem Ausmaß; wir kamen nicht mal annähernd zur Spitze.


Die Küste entlangfahrend versuchten wir die Höhle "Söftingsgrottan", die wir bereits am Donnerstag vom Landweg besichtigt hatten (siehe zugehöriger Blogpost), auszumachen, aber irgenwie sah alles mehr oder weniger so aus, als wäre es diese Stelle. Schließlich entdeckte ich es. Wir legten an und Johanna, die die Höhle vorher noch nicht gesehen hatte, ging kurz in sie hinein.


Dann machten wir uns auf den Rückweg: Diesmal gegen den Wind; wir mussten aufpassen, dass wir nicht quer zu den Wellen standen und kenterten. Glücklicherweise kam ich jetzt schon viel besser mit meinem Kajak zurecht, doch meine Arme wurden langsam müde. Wir pausierten noch einmal etwas bevor wir wieder am "Nimis" vorbeikamen und paddelten dann mit neuer Energie ohne weitere Zwischenstopps bis in den kleinen Hafen von Arild.

Es war auf jeden Fall eine spannende Erfahrung und nettes Abenteuer, das unseren Schwedenurlaub schön abschloss. Papa fand die Paddeltour das Highlight des Urlaubs.

Dienstag (2): Abenteurschwimmbad Högevall in Lund

In der Zeit, in der der Rest meiner Familie Lund besichtigte (siehe vorheriger Blogpost), ging ich mit der schwedischen Familie ins Schwimmbad Högevall.
Hier gibt es, im Gegensatz zu deutschen Schwimmbädern, ein praktisches kleines wasserdichtes Armband, das man für die Schließfächer, aber auch für Türen und Durchgänge benutzt, indem man es einfach an den entsprechenden Leser hält. 
Es gab ein Schwimmerbecken (die hier stehenden Sprungtürme waren geschlossen), ein Wellenbecken, ein extrem heißer Pool, ein Becken mit Kletterwand und ein Strudel draußen. Außerdem gab es drei Rutschen, eine davon war eine Art Wildwasserrutsche. In einer Rechtskurve (in der einen die Zentrifugalkraft nach außen drückt), gab es eine Öffnung auf der rechten Seite, die in einen sonst unbegehbaren kleinen Pool führte. Wir wollten unbedingt dort hinein, doch die ersten drei Versuche scheiterten kläglich. Doch wenn man ganz langsam rutschte und immer bremste, konnte man sich in der Kurve festhalten und in die Öffnung ziehen. Sobald einer drinnen war, konnte er den anderen helfen, je mehr, desto besser. 
Alles in allem war der Schwimmbadbesuch ganz amüsant. Nachher holten uns die anderen ab und wir fuhren zurück zum Campingplatz. 

Dienstag (1): Besuch in Lund

Während Leonhard und der Rest in einem Erlebnisbad in Lund waren, haben Mama, Papa und ich uns in der Stadt etwas umgesehen. Weil es dort, außer einer riesigen Domkirche aus dem 12. Jahrhundert, nicht viel zu besichtigen gab, sind wir das dortige Freilichtmuseum (Kulturen) gegangen. Im Dom gab es eine große Uhr mit ewigem Kalender, Mondphasen, einer automatische Orgel usw.




Dieses war umfangreicher und spannender als erwartet. Die verschiedensten Themengebiete und Ausstellungsstücke wurden in einzelnen Häusern ausgestellt. Die unterschiedlichen Ausstellungen reichten von dem mittelalterlichen Lund und einer 400 Jahren alten Holzkirche bis hin zu einer Pettersson und Findus Ausstellung für Kinder. Diese musste ich natürlich als erstes besichtigen :)




Das interessanteste für mich war jedoch eine Präsentation von alten Handarbeiten. Dort konnte man antike gestrickte Handschuhe und Socken, gehäkelte Oberteile, mit Stickereien verzierte Taufkleider und gewebte Tücher und Decken bewundern. #inspirierend

Nach dem Museumsbesuch haben Papa und ich und noch ein Eis gegönnt, bevor wir und auf den Weg gemacht haben Leonhard vom Schwimmbad abzuholen. Weil wir jedoch etwas früh waren, haben wir uns die Zeit im daneben liegenden Park vertrieben. Der Park war sehr schön und groß. Es gab sogar einen See, was vor allem mir gefallen hat.



Wir waren jedoch nicht die einzigen Leute, die es hier mochten. Man fand dort sportliche Läufer, Leute die grillten oder sich einfach nur sonnten. Das erklärte dann auch unsere anfängliche Verwunderung über das menschenleere Lund.
Die meisten Leute hatten sich jedoch in einem großen Menschentraube direkt hinter dem Schwimmbad versammelt und sprachen kein Wort miteinander. Sie hatten einen ganz besonderen Poké-stop gefunden #kannmannixmachen


Im folgenden Bericht schreibt Leonhard über das Abenteuerschwimmbad.

Mittwoch, 27. Juli 2016

Montag: Baden im See

Am Montag haben wir meine Idee, in einem See zu baden, durchgeführt. Die Gegend um den Västersjön herum war sehr ruhig, es gab viele kleine bis mittelgroße Ferienhäuser, die wunderbar in die idyllische Umgebung passten und den kurzen Spaziergang vom Auto zum Gewässer abrundeten.
Der Strand war zum Teil steinig und zum anderen Sandstrand. Es gab mehrere Bänke, zwei Fußballtore, eine Schaukel und eine kleine Toilette. Außerdem standen zwei schwedisch-rote Häuser unmittelbar am Wasser, eines davon war zu einer Seite hin geöffnet und war wohl eine Art Gemeinschaftshaus; es schien allerdings so, als sei es seit einiger Zeit unbenutzt.


Obwohl das Wasser nicht so klar war, hat es Spaß gemacht, zu einem leicht entfernten Floß ganz in der Nähe eines Bootstegs zu schwimmen und von dort aus ins Wasser zu springen.


Sonntag (2): Park Schloss Krapperup

Neben dem Nichtstun habe ich mich entschlossen zum Schloss Krapperup zu spazieren, das nur ein paar Minuten vom Campingplatz entfernt liegt. Der Inhaber des Schlosses gewährt zwar normal keinen Zutritt zum Schloss, dass eher eine Burg mit richtigem Wassergraben ist, der Park ist jedoch für die Allgemeinheit zugänglich.


Da sich das Schloss und der Park schon seit etwas 500 Jahren im Familienbesitz befinden, findet man im Park viele Bäume, die schon seit Beginn dort stehen müssen. Alles ist schön beschriftet, die Wiese vorbildlich gemäht und alle Gewächse des Gartens bestens gepflegt.



Neben dem Schloss ist noch ein Rosengarten mit einem Dutzend verschiedener Rosensorten, die während meines Besuchs alle geblüht haben.



Sonntag: Kirche & Nixtun

Wir gingen in einen schwedischen Gottesdienst in Brunnby. In der Kirche gab es zwei von der Decke hägenden Modellschiffe und eine, verglichen mit Deutschland, riesige Spielecke für Kinder.


Der Gottesdienst war kaum besucht. Um die Kirche herum befand sich ein großer Friedhof mit bis zu 200 Jahre alten Gräbern.



Den Rest des Tages verbrachten wir mit Wäsche waschen, im Pool baden, lesen, spielen usw.

Dienstag, 26. Juli 2016

Samstag: Wanderung zum Leuchtturm (Kullaberg)

Während bis auf David alle Mitglieder der schwedischen Familie mit dem Auto recht nah an das Ziel heranfuhren und nur ein Teil der Strecke liefen, starteten wir vom Campingplatz. Der erste Teil bis Mölle war wegen schattenloser Strecken und langen Wegen in einer relativ gleichbleibenden Landschaft recht anstrengend und nicht so spannend.

Mölle
Sobald wir durch Mölle gelaufen waren, wurde es etwas interessanter, die Wege sonnengeschützter. Dann trafen wir völlig unverhofft auf unsere Freunde, die in der Nähe geparkt hatten und gerade erst los gelaufen waren. Nach Mölle hatte ich neue Energie.

Dann trafen wir Schafe, die rechts und links vom Weg im Schatten von Bäumen dösten. Johanna und ich wollten eins streicheln, was den unter der Hitze leidenden Tieren wahrscheinlich nicht so sehr gefallen hätte, sodass wir weiter liefen.


Es ist auf dem Weg mehrfach zu sehen gewesen, wie stark die Bäume an der Küste durch die stetigen Winde stark im Wachstum beeinträchtigt und verformt werden.



Auf dem restlichen Weg zum Leuchtturm bemerkten wir Kletterer und Taucher an den Felsen und im Meer.


Auf dem Berg neben dem Leuchtturm besuchten Johanna, Gerhard und ich ein Museum, in dem einem das Leben im Meer rund um den Kullaberg näher gebracht wird. Es gab dort auch ein oben offenes Aquarium, in dem man Seesterne, Krebse und andere Meerestiere anfassen konnte. Der Rest kraxelte in der Zwischenzeit zur nahe gelegenen "Silbergrotte" und kamen durchgeschwitzt und außer Atem zurück.


Auf dem Rückweg liefen wir wieder in der am Anfang beschriebenen Aufteilung, nur dass ich diesmal mit zum Auto lief und entsprechend den Rest des Weges gefahren wurde. Wir badeten im Pool und aßen Nudelauflauf.